• Neben dem Gemeinen Schimpansen gibt es noch den Zwergschimpansen, der auch Bonobo-Schimpanse genannt wird. Foto: Panther Media

  • Schimpansen gehören zu den Menschenaffen. Foto: Panther Media

  • Schimpansen sind Allesfresser. Meistens fressen sie aber Pflanzen und Früchte. Foto: Panther Media

  • Schimpansen leben in Clans, welche von einem erfahrenen Männchen angeführt werden. Foto: Fotolia

  • Schimpansen können sich das ganze Jahr über paaren. Die Jungen werden bis zu fünf Jahre gesäugt. Foto: Fotolia

  • Schimpansen sind in Zentralafrika verbreitet. Sie gehören zu den bedrohten Tierarten. Foto: Fotolia

Schimpanse

Steckbrief

Ordnung: Affen
Familie: Menschenaffen
Art/Gattung: Schimpansen / wissenschaftl. Pan
Klasse: Säugetiere
Lebensraum: Afrika
Lebenserwartung: bis zu 50 Jahre
Feinde: Leoparden, Schlangen
Ernährung: kleine Säugetiere, Blätter, Früchte, Nüsse, Insekten
Gewicht: 25 - 70 kg
Größe: 70 - 94 cm Kopfrumpflänge, 130 - 170 cm aufrecht stehend
Geschwindigkeit: bis 40 km/h
Gefährdete Art: ja

Alles Wissenwerte

Merkmale

Merkmale der Schimpansen


Detailansicht von links nach rechts: Gesicht des Gemeinen Schimpansen, Gesicht des Bonobos. Foto: Collage © JUNIOR

  • robuster Körperbau
  • schwarzes oder dunkelbraunes, langhaariges Fell
  • längere Arme als Beine
  • lange Finger, kurzer Daumen
  • unbehaartes hellhäutiges oder schwarzes Gesicht
  • runde Ohren
  • Wülste über den Augen
  • hervorstehende Schnauze
  • Männchen haben längere Eckzähne als Weibchen, sind größer und schwerer

Detailansicht von links nach rechts: Füße des Schimpansen, Schimpansenhände. Foto: Collage © JUNIOR

Besondere Eigenschaften der Schimpansen

Schimpansen gehen auf den Knöcheln der Fingerglieder, können aber auch aufrecht gehen. Ihre Arme sind länger als ihre Beine, weil sie sich so besser von Ast zu Ast schwingen können. Sie können sehr gut sehen, hören und riechen.

Schimpansen stützen sich beim Gehen auf den Knöcheln ihrer Fingerglieder ab. Foto: Fotolia

Wissenswertes über Schimpansen

  • Über verschiedene Laute, Gesichtsausdrücke (Mimik) und ihre Körperhaltung reden Schimpansen miteinander.
  • Schimpansen und Bonobos gehören wie der Gorilla und Orang-Utan zu den Menschenaffen. Schimpansen sind unsere nächsten Verwandten und können wie wir Menschen erfinderisch sein, verfügen über unterschiedliche Gesichtsausdrücke und Laute, die anderen zeigen, wie es ihnen geht. Auch kümmern sie sich sehr intensiv um ihren Nachwuchs.

Schimpansen sind sehr schlau. Foto: Fotolia

Detailansicht von links nach rechts: Schimpansengebiss, Ohr eines Schimpansen. Foto: Collage © JUNIOR

Weitere Schimpansen-Arten: Bonobo / Zwergschimpansen

  • Bonobo oder Zwergschimpanse genannt, gehört ebenfalls zu den Menschenaffen
  • Aussehen: zierlicher Körperbau; dunkelbraunes bis schwarzes Fell; schwarze Gesichtsfärbung; längere Gliedmaßen als Gemeiner Schimpanse; längeres Kopfhaar, oft in der Mitte gescheitelt
  • friedlicher als Gemeiner Schimpanse
  • Größe: 70 – 83 cm, Gewicht: Männchen ca. 37 – 61 kg, Weibchen ca. 27 – 38 kg
  • Lebensraum: Afrika, Demokratische Republik Kongo; bewohnen nur tropische Regenwälder

Bonobos sind friedlicher als der Gemeine Schimpanse. Foto: Panther Media

Nahrung

Nahrungsbeschaffung: Das fressen Schimpansen

Das erbeutete Futter wird in der Gruppe geteilt. Foto: Panther Media

Jagdtechnik: Ein Job für echte Männer

Ab und zu jagen Schimpansen auch Säugetiere wie kleine Paarhufer oder Affenarten (Primaten) wie den Roten Stummelaffen, Galagos und Paviane. Bei der Jagd sind meist nur die erwachsenen Männchen beteiligt. Die Jagd ist umso erfolgreicher, je mehr Clanmitglieder sich hierbei beteiligen.

Beim Beutefang werden verschiedene Strategien ausgetüftelt. Bei einer verstecken sich einige Jäger, während die anderen ihre Opfer in den Hinterhalt treiben. Manchmal bauen sie sich Speere aus langen Stöcken, die sie mit ihren Zähnen zuspitzen und stoßen sie in die Bauhöhlen von Buschbabys. Die Beute wird mit den anderen Gruppenmitgliedern geteilt.

Nahrung: Was steht auf dem Speiseplan?

Schimpansen sind Allesfresser. Doch am meisten nehmen sie pflanzliche Nahrung zu sich. Dazu gehören allerlei Früchte, Nüsse und saftige Blätter. Des Weiteren fressen Menschenaffen Blüten, Samen und auch Insekten wie Termiten und Ameisen. Ab und an fressen Schimpansen auch kleinere Affenarten, Buschbabys oder kleine Hirsche.

Ein Schimpanse, der in einem Termitenbau nach Futter stochert. Foto: Panther Media

Lebensform

Zur Lebensform der Schimpansen

Schimpansen sind sehr gesellig und leben daher in Gruppen. Foto: Fotolia

Schimpansen sind ...

... sehr schlau. So haben sie einen ausgeprägten Sinn für Geschäfte und handeln untereinander mit Gegenständen.
... bestechlich. Oft paaren sich Weibchen mit einem Männchen, dass ihnen Fleisch anbietet.
... tagaktiv und sehr gesellig. Sie leben in Clans, also in Gruppen von 20 bis 80 Männchen, Weibchen und Jungen. Ein starkes Männchen führt den Clan an.

Schimpansen können sich mit verschiedenen Lauten und Gesichtsausdrücken unterhalten. Foto: Fotolia

Schimpansen können ...

... andere täuschen, Pläne für die Jagd schmieden und Werkzeuge herstellen, die sie effektiv einzusetzen wissen. Um zum Beispiel eine Nuss zu knacken benutzen sie einen Stein oder Stock als Hammer, für die Jagd schnitzen sie sich Speere und sie nutzen Äste, um Termiten und Ameisen aus ihrem Bau zu angeln.
... sich mit ihrem Gedächtnis sehr gut im Urwald orientieren, und wissen immer, wo sie Wasser oder Früchte finden. Dabei halten sie über Klopfgeräusche Kontakt zu anderen Gruppenmitgliedern.
... auf Bäumen schlafen. Dazu bauen sie jede Nacht neue Schlafnester in Baumkronen.

Schimpansen haben ...

... eine Rangordnung. Mit 15 Jahren sind Schimpansen erwachsen und müssen sich in der Gruppe behaupten. Ihr Rang in der Gruppe ist nicht ein Leben lang derselbe, so dass die Tiere einen höheren Rang anstreben können. Dies tun vor allem die Männchen. Die Jagd nutzen sie zum Beispiel, um in der Rangfolge aufzusteigen. Der Rang eines Männchens spielt auch bei der Fortpflanzung eine wichtige Rolle. Das Oberhaupt paart sich mit den meisten Weibchen und verfügt somit immer über die meisten Nachkommen.

Um den Zusammenhalt in der Gruppe zu stärken, teilen Schimpansen untereinander. Foto: Fotolia

... Kultur. Denn jeder Schimpansen-Clan erlernt sein Wissen anders. So kommt es auch unter den Menschenaffen zu unterschiedlichen Kulturen, ganz ähnlich wie bei uns Menschen.  
... ein Lernverhalten. So lernen die Jungen von ihren Müttern alles, was sie zum Überleben wissen müssen. Aber auch erwachsene Schimpansen können voneinander lernen. Als ein Schimpansen herausfand, wie man eine Falle zerstört, zeigte er dies seinen Gruppenmitgliedern, so dass es bald alle wussten.

Zwei Gemeine Schimpansen kämpfen. Foto: Fotolia

Verhalten: Typisch Schimpanse!

Der Zusammenhalt in der Gruppe ist Schimpansen sehr wichtig. Sie vergessen nie, wenn ein Gruppenmitglied ihnen geholfen oder beigestanden hat. Auch bei der gegenseitigen Fellpflege herrscht ein Geben und Nehmen, so dass jeder einmal gelaust und niemand bei der Körperpflege vernachlässigt wird. 

Wenn die Weibchen erwachsen sind, verlassen sie ihre Geburtsgruppe, um sich einer anderen Gruppe von Schimpansen anzuschließen. Männliche Schimpansen bleiben ihr Leben lang in ihrer Geburtsgruppe.

Gemeine Schimpansen gelten im Gegensatz zu ihren Artgenossen den Zwergschimpansen als recht aggressiv. Tatsächlich kommt es nicht selten zwischen zwei benachbarten Clans zu teils tödlichen Kämpfen. Manchmal rüsten sich diese Menschenaffen mit Speeren aus und führen Kriege.

Fortpflanzung und Jungtiere

Schimpansen: Fortpflanzung und Jungtiere

Die jungen Schimpansen werden von ihren Müttern und anderen Weibchen erzogen. Foto: Panther Media

Geschlechtsreife: mit 7 Jahren
Paarungszeit:
ganzjährig
Tragezeit: 230 Tage (ca. 7 Monate)
Gewicht der Jungen:
1.000 - 2.000 g
Größe der Jungen: ca. 25 cm
Anzahl der Jungen: meist 1, selten Zwillinge

Den ersten Nachwuchs bekommen die Tiere in der Regel mit 13 Jahren. Meistens bringt ein Schimpansen-Weibchen alle fünf Jahre ein Junges zur Welt, manchmal sind es auch Zwillinge. Die Weibchen können etwa bis zu ihrem 40. Lebensjahr Nachwuchs bekommen. Die Fruchtbarkeit des Weibchens erkennt man daran, dass ihr Gesäß für etwa sechs Tage angeschwollen ist.

Schimpansen bekommen meist ein Junges. Ab und zu kommen aber auch Zwillinge zur Welt Foto: Panther Media


Manche Schimpansen paaren sich mehrmals und mit verschiedenen Partnern. Doch es gibt auch Schimpansen-Männchen, die ein Weibchen mit Fleisch oder anderen Lebensmitteln bestechen, damit es sich nur mit ihm paart. Andere Männchen gehen sogar soweit, dass sie das Weibchen nach der Paarung bewachen, damit es sich mit keinem anderen paart.

Nach der Geburt klammert sich das Kleine zunächst an den Bauch der Mutter. Dort wird es auch gesäugt. Wenn das Schimpansen-Baby etwas älter ist, klammert es sich auf dem Rücken seiner Mutter fest, sodass es beim Klettern auf Bäumen nicht im Weg ist und nicht runterfallen kann. Schimpansen-Kinder werden vier bis fünf Jahre gesäugt. Die Jungen bleiben bis zu zehn Jahre bei ihren Müttern und lernen von ihnen alles, was sie zum Überleben brauchen.

Männliche Schimpansen bleiben oft ihr Leben lang in ihrer Geburtsgruppe. Foto: Panther Media

Lebensraum und Bestand

Bedrohung, Bestand und Lebensraum der Schimpansen

Beide Schimpansen-Arten leben in Afrika. Foto: Panther Media

Schimpansen leben im mittleren Afrika. Man findet sie in Senegal, Teilen Ghanas, in Nigeria, Kamerun, Gabun, der Republik Kongo, in der Zentralafrikanischen Republik, im Südsudan, im Osten und Norden der Demokratischen Republik Kongo und im Westen Ugandas uns Tansanias.

Den idealen Lebensraum finden Schimpansen in tropischen Regenwäldern, trockenen Savannen und sogar in bergigen Landschaften in Höhen von bis zu 3.000 Metern.

Zu den natürlichen Feinden des Schimpansen gehören Schlangen und Leoparden. Doch die Hauptbedrohung geht vom Menschen aus. Durch die Rodung der Regenwälder wird der natürliche Lebensraum der Menschenaffen zerstört, so dass sich die Tiere immer mehr auf die noch vorhandenen Lebensräume zersplittern müssen. Früher wurden Schimpansen zwecks Tierversuche gefangen genommen. Manch einer hat sich die wilden Affen auch ins heimische Wohnzimmer geholt und als Haustier gehalten. Heute ist der Handel mit Schimpansen streng verboten und die Menschenaffen gelten als gefährdete Tierart.

Leoparden gehören zu den natürlichen Feinden der Schimpansen. Foto: Panther Media

Quellen

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Unsere Artikel sind sehr gewissenhaft recherchiert. Die Quellen sind hier angegeben.

http://www.schimpansen.mpg.de/24578/Fellpflege
http://www.tengwood.org/de/ueber-uns/schimpansen/soziale-struktur-das-leben-eines-weiblichen-schimpansen.html
http://www.kindernetz.de/oli/tierlexikon/schimpanse/-/id=74994/vv=pflege/cf=42/nid=74994/did=158600/1cmxol6/index.html
http://tierdoku.com/index.php?title=Schimpanse
http://www.tierchenwelt.de/affen-und-halbaffen/117-schimpanse.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeiner_Schimpanse
http://de.wikipedia.org/wiki/Schimpansen#Verbreitung_und_Lebensraum

Fotos: Fotolia, Panther Media