• Das auffälligstes Merkmal der Nashörner ist das Horn, das sie auf der Nase tragen. Foto: Panther Media

  • Es gibt heute noch fünf lebende Nashorn-Arten. Foto: Panther Media

  • Nashörner sind reiner Pflanzenfresser. Ihr Gebiss und Maul sind gut an ihre Nahrung angepasst. Foto: Fotolia

  • Manche Weibchen bilden kleine Herden, während Männchen meist alleine Leben. Foto: Fotolia

  • Die Kälber kommen bereits mit einem stattlichen Gewicht von über 40 kg zur Welt. Eine Nashornkuh bekommt in der Regel alle zwei Jahre ein Kalb.  Foto: Panther Media

  • Nashörner leben gerne in Savannengebieten und in den Tropen. Alle Nashornarten sind gefährdet.  Foto: Fotolia

Nashorn

Steckbrief

Ordnung: Unpaarhufer (Huftiere mit einer ungeraden Anzahl an Zehen)
Familie: Nashörner
Art/Gattung: Nashorn / wissenschaftl. Rhinocerotidae
Klasse: Säugetiere
Lebensraum: Afrika, Asiem
Lebenserwartung: 30 - 50 Jahre
Feinde: Hyänen, Mensch
Ernährung: Pflanzen, Gräser, Blätter, Früchte
Gewicht: 500 - 4.000 kg
Größe: 2,5 - 3,8 m Kopfrumpflänge, 1,2 - 2 m Schulterhöhe
Geschwindigkeit: bis zu 50 km/h
Gefährdete Art: ja

Alles Wissenwerte

Merkmale

Merkmale des Nashorns


Detailansicht von links nach rechts: Hörner und Ohren. Foto: Collage © JUNIOR

  • ein bis zwei Hörner auf der Schnauze
  • massiger Körperbau
  • graue bis braune dicke (teils panzerartige) Haut
  • kurze, stämmige Beine mit 3 nach vorne gerichteten hufartigen Zehen
  • großer Kopf
  • behaarte Ohr- und Schwanzspitzen

Detailansicht von links nach rechts: Haut eines Afrikanischen Nashorns, Haut des Indischen Panzer-Nashorns Foto: Collage © JUNIOR

Besondere Eigenschaften des Nashorns

Heute leben noch fünf Nashorn-Arten auf der Welt. Am bekanntesten sind das Breit- und Spitzmaulnashorn, die südlich der Sahara in Afrika leben. Das Breitmaulnashorn ist das größte Nashorn. Das Sumatra-Nashorn bildet die kleinste und behaarteste Art der Nashörner. Nashörner können mit einer Reichweite von 20 Metern nicht besonders gut sehen, verfügen aber über einen ausgezeichneten Geruchs- und Gehörsinn. Sie können eine Witterung aus über 700 Metern Entfernung aufnehmen.

Detailansicht von links nach rechts: Breitmaul, Spitzmaul. Foto: Collage © JUNIOR

Wissenswertes über Nashörner

  • Die Haut des Nashorns ist etwa 2 Zentimeter dick. Im Nackenbuckel ist sie doppelt so dick.
  • Die Ohren des Nashorns lassen sich unabhängig von einander in alle Richtungen drehen.
  • Das Horn oder die Hörner (je nach Art) wachsen monatlich etwa einen halben Zentimeter. Das hintere und meist kleinere Horn wächst aus dem Vorderschädel der Tiere und kann bis zu 50 cm lang werden. Das vordere und große Horn wächst aus dem Nasenbein und kann bis zu 158 cm lang werden. Bei Nashorn-Bullen sind die Hörner stabiler.

Detailansicht von links nach rechts: Huf, Auge Foto: Collage © JUNIOR

Die Nashorn-Arten

Das Breitmaulnashorn

  • breites und stumpfes Maul, Unterlippe besteht aus einer hornigen Kante, mit der Gras abgerissen werden kann
  • Größe: 340 – 380 cm Kopfrumpflänge, 150 – 180 cm Schulterhöhe
  • Gewicht 1.800 – 2.500 kg
  • Afrikanische Art

Das Spitzmaulnashorn

  • spitzzulaufendes Maul, so dass die spitzen Oberlippen wie Finger zum Greifen benutzt werden können
  • Größe: 350 cm Kopfrumpflänge, 160 cm Schulterhöhe, 70 cm Schwanzlänge
  • Gewicht: 900 – 1.400 kg
  • Afrikanische Art

Das Panzer-Nashorn

  • hat spitzzulaufende Lippen und nur ein Horn
  • verdankt seinen Namen seiner panzerähnlichen Hautfalten. Bullen bilden unter der Kehle eine große Falte, die wie ein Latz aussieht.
  • Größe: 310 – 380 cm Kopfrumpflänge, 150 – 190 cm Schulterhöhe
  • Gewicht: 1.600 – 2.800 kg
  • lebt im Nordosten Indiens, indische Art

Das Java-Nashorn

  • ähnelt stark dem Spitzmaulnashorn, ist aber stärker gefährdet, kleiner und hat nur ein Horn
  • Größe: 300 – 340 cm Kopfrumpflänge, 140 – 170 cm Schulterhöhe
  • Gewicht: 900 – 2.300 kg
  • lebt im tropischen Regenwald auf der Insel Java, indische Art

Das Sumatra-Nashorn

  • kleinste Nashornart und sehr bekannt für seine vielen Laute, mit denen es kommuniziert
  • hat als eizniges asiatisches Nashorn zwei Hörner aber ebenfalls ein spitzes Maul
  • Größe: 250 – 320 cm Kopfrumpflänge, 120 – 140 cm Schulterhöhe
  • Gewicht: 500 – 800 kg
  • Hautdicke beträgt nur 1,2 – 1,4 cm
  • rötlich-braune Hautfärbung mit stärkerer Körperbehaarung
  • lebt im dichten tropischen Regenwald oder warmen Bergwäldern in Indonesien und Malaysia, indische Art

Nahrung

Nahrungsbeschaffung: Das frisst das Nashorn

Mit ihrem breiten Maul kann das Breitmaulnashorn Gras einfach abreißen. Foto: Panther Media

Nashörner sind Vegetarier. Ihr Gebiss ist an die Pflanzenkost angepasst. In ihm befinden sich breite Backenzähne mit denen das Nashorn die Pflanzen zermalmen kann. Nashörner beißen ihre Nahrung nicht mit den Schneidezähnen ab – das Breitmaulnashorn hat nicht mal Schneidezähne! So verfügen die Arten Spitzmaul-, Java-, Sumatra- und Panzer-Nashorn über fingerartige und spitzzulaufende Lippen. Mit diesen rupfen sie Blätter und Co. einfach ab. Da das Breitmaulnashorn sich von Gras ernährt, verfügt es über einen tiefhängenden Kopf und breite Lippen mit denen es das Gras abreißt.

Nahrung: Was steht auf dem Speiseplan?

Vier der fünf Nashorn-Arten bevorzugen weiche Pflanzenkost wie Blätter, Äste, Zweige, Knospen und Früchte. Einzig das Breitmaulnashorn frisst nur Gräserarten. Getrunken wird mehrmals täglich, deswegen sollte die Wasserstelle nicht weiter als wenige Kilometer vom Weideland entfernt sein.

Panzer-Nashorn beim Grasen. Foto: Panther Media

Lebensform

Zur Lebensform der Nashörner

Eine Nashorn-Kuh mit Putzvögeln. Foto: Panther Media

Nashörner sind ...

... erst in den späten Abendstunden aktiv. Tagsüber dösen sie, weil es ihnen zu warm ist.
... nicht wehrlos. Das Horn wird wie ein Speer eingesetzt. Die Arten mit Schneidezähnen setzten, neben dem Horn, auch diese als Waffe gegen Angreifer oder Eindringlinge ein.
... teils Herdentiere. Zum Schutz ihrer Kälber gründen einige Weibchen Gruppen. Bullen sind immer Einzelgänger.

Nashörner können ...

... 12 Stunden am Tag fressen und 2 bis 4 Tage ohne Wasser auskommen.
... viele unterschiedliche Laute von sich geben und sich auf diese Weise untereinander verständigen. Vor allem die Bullen sind sehr mitteilungsfreudig. Bei Kämpfen brüllen sie und während der Paarungszeit grunzen und schnauben sie viel, um das Interesse der Weibchen zu wecken. Sie können auch elefantenähnliche Trompetengeräusche von sich geben. Dies tun sie, wenn sie von einer Kuh abgewiesen wurden. Mit quiekenden Lauten rufen Kälber nach ihren verloren gegangenen Müttern. 

Tagsüber liegen Nashörner lieber faul im Schatten. Foto: Panther Media

Nashörner haben ...

... feste Reviere. Dies und die am häufigsten benutzten Wege werden von den Bullen mit Urin und Kot markiert.
... Putzvögel. Diese sitzen oft auf den Nashörnern und picken ihnen die Parasiten aus der Haut. Eine echte Wohltat für Nashörner. Dank der Vögel wissen Nashörner auch immer wann Gefahr droht, nämlich dann wenn die Vögel aufgeschreckt davonfliegen.

Verhalten: Typisch Nashorn!

Die meisten Nashornarten sind recht friedlich. Nur das Spitzmaulnashorn ist leicht reizbar. Doch bei den meisten Angriffen verfehlen die Unpaarhufer ihr Ziel, denn sie sehen zu schlecht, sodass sie vor dem Zusammenstoß abrupt anhalten, um zu schauen, wen sie überhaupt angreifen. Wenn es den Dickhäutern zu warm wird, nehmen sie ein Schlammbad. Dieses befreit sie nicht nur von lästigen Parasiten, sondern desinfiziert auch Wunden.

Ein Breitmaulnashorn beim Schlammbad. Foto: Panther Media

Fortpflanzung und Jungtiere

Nashorn: Fortpflanzung und Jungtiere

Geschlechtsreife: ca. 6 (Kühe) - 12 (Bullen) Jahren
Paarungszeit:
alle 29 - 44 Tage
Tragezeit: 16 - 18 Monate
Gewicht des Kalbes:
40 - 60 kg
Größe des Kalbes: unbekannt
Panzer-Nashorn-Kuh mit Jungtier. Foto: Fotolia

Die Kühe sind etwa alle 29 bis 44 Tage "brünstig", das heißt paarungsbereit. In dieser Zeit sondern sie sich von der Gruppe ab und setzten viele Markierungen, um einen Bullen anzulocken. Hat sich ein Paar gefunden, lernt es sich etwa einen Tag lang kennen. In dieser Zeit reiben sie sich gegenseitig, legen den Kopf auf den jeweils anderen und führen Scheinkämpfe. Erst danach erfolgt die Begattung, die 20 bis 80 Minuten dauern kann. Danach geht das Paar wieder getrennte Wege.

Die ersten Tage nach der Geburt bleiben Mutter und Kind alleine. Das Neugeborene kann bereits nach einer Stunde stehen, denn es wird im Stehen von der Kuh gesäugt. Schon 24 Stunden nach der Geburt ist das Kalb in der Lage seiner Mutter zu folgen. Das Kalb ist nach der Geburt mit einem leichten und dunkelfarbenen Fell bedeckt, das im Laufe seines Wachstums immer spärlicher wird und ausfällt. An der Stelle, wo einmal das Vorderhorn wachsen wird, befindet sich beim Jungen eine schwarze Erhebung. Auch seine Hufe sind anfangs schwarz gefärbt. Die ersten zwei Monate wird es ausschließlich mit Muttermilch ernährt, doch schon ab dem zweiten Monat nimmt es zusätzlich Gras zu sich. Mit einem Jahr wird das junge Kalb entwöhnt.

Nashorn-Kalb nach dem Schlammbad. Foto: Panther Media

Nach seinem ersten Lebensjahr wiegt das Junge bereits 440 kg. Das Muttertier kümmert sich die ersten zweieinhalb bis drei Jahre um das Junge, beschützt und verteidigt es so gut sie kann. Nach zwei Jahren kann sie wieder ein Junges bekommen und vertreibt das alte. Dieses meidet seine Mutter bis das neue Junge einige Wochen alt ist, und gesellt es dann zu ihnen. Männliche Kälber verlassen ihre Mütter erst im Alter von sechs bis sieben Jahren.

Lebensraum und Bestand

Bedrohung, Bestand und Lebensraum der Nashörner

Das Spitzmaulnashorn lebt in Afrika. Foto: Panther Media

Heute gibt es nur noch fünf lebende Nashornarten. Zwei von ihnen leben in Afrika, die anderen drei sind in Asien beheimatet. Früher waren die Tiere auch in Europa, Asien und Nordamerika verbreitet. Rhinozerosse bevorzugen Savannenlandschaften und Tropische Regenwälder als Lebensraum.

Ausgewachsene Nashörner haben keine natürlichen Feinde zu fürchten. Bei der Masse, Größe und Unberechenbarkeit möchte sich niemand mit diesen wehrhaften Tieren anlegen. Einzig die jungen Kälber werden ab und an Opfer von Raubkatzen, Krokodilen, Hyänen oder Pythons.

Nashörner werden bis heute wegen ihres Horns gejagt und getötet. Aus dem robusten Material wurden früher Dolchgriffe und kunstvolle Schnitzereien hergestellt. Aber auch in der Chinesischen Medizin war und ist das Horn des Nashorns ein beliebtes Medikament gegen Fieber, Schmerzen und andere Leiden. Mittlerweile haben sich einige Bestände wieder erholt, doch die Tiere bleiben gefährdet. Vor allem das Java-Nashorn ist stark vom Aussterben bedroht. Doch es werden viele Maßnahmen ergriffen, um die Tiere besser vor Wilderei und dem Aussterben zu schützen.

Krokodile können für die Kälber gefährlich werden. Foto: Panther Media

Quellen

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Unsere Artikel sind sehr gewissenhaft recherchiert. Die Quellen sind hier angegeben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Nash%C3%B6rner#Verbreitung_und_Lebensraum
http://de.wikipedia.org/wiki/Spitzmaulnashorn
http://www.spektrum.de/lexikon/biologie/nashoerner/45337
http://de.wikipedia.org/wiki/Breitmaulnashorn#Verbreitung_und_Unterarten
http://www.tierchenwelt.de/huftiere/105-nashorn.html
http://www.safari-wangu.de/nashorn.html

Fotos: Fotolia, Panther Media