• Die Große Anakonda ist die schwerste und größte Riesenschlange der Welt. Die Weibchen werden deutlich größer als die Männchen. Diese Anakondas sind gut an ihre Umgebung angepasst und getarnt. Foto: Fotolia

  • Anakondas fressen alles, was sie überwältigen können. Je größer die Schlange ist, desto größer fällt auch ihre Beute aus. Die Große Anakonda ist nicht giftig. Sie tötet ihre Opfer durch Würgen. Foto: Fotolia

  • Die Riesenschlange ist ein Leben lang Einzelgänger. Sie ist in den Dämmerstunden und nachts aktiv, kann gut schwimmen und tauchen. Nur an Land kann sie sich nicht schnell bewegen. Foto: Fotolia

  • Zu Paarungszwecken treffen gleich mehrere Männchen auf ein Weibchen und verschlingen sich mit ihr. Nach einer Tragezeit von sechs bis acht Monaten bringt das Weibchen bis zu 80 Jungtiere zur Welt. Foto: Fotolia

  • Die Große Anakonda lebt in Lebensräume mit Wasser in der Nähe. Natürliche Feinde haben die ausgewachsenen Schlangen nicht. Foto: Fotolia

Anakonda (Große)

Steckbrief

Ordnung: Schuppenkriechtiere
Familie: Boas / Riesenschlangen
Art/Gattung: Große Anakondas / lat. Eunectes murinus
Klasse: Reptilien
Lebensraum: Sumpflandschaften, Tropen in Südamerika
Lebenserwartung: 20 - 60 Jahre
Feinde: für Jungtiere: Raubkatzen, Kaimane und größere Artgenossen
Ernährung: Fische, Schlange, Säugetiere, Reptilien, Vögel
Gewicht: 70 - 82 kg
Größe: 3,34 - 5,17 m
Geschwindigkeit: bis zu 27 km/h
Gefährdete Art: nein

Alles Wissenwerte

Merkmale

Merkmale der Großen Anakonda

Detailansicht von links nach rechts: Kopf, Zunge. Foto: Collage © JUNIOR

  • kleiner Kopf, der sich deutlich vom Hals absetzt
  • kräftige muskulöse Statur mit einer sehr biegsamen Wirbelsäule
  • braunes bis olivgrünes Schuppenkleid mit ovalen bis runden schwarzen Flecken auf dem Rücken
  • weiße, cremefarbene oder gelbliche Bauchseite mit hellen Flecken
  • schwarze gegabelte Zunge
  • zwei schwarze Linien hinter den Augen
  • Nasenlöcher auf Kopfoberseite
  • Überreste von Beinen (Aftersporen) am Ende der Schlange sind bei Männchen stärker ausgebildet
  • Männchen wiegen im Schnitt 70 kg, Weibchen ca. 82 kg
  • Männchen werden bis zu 3,34 m lang, Weibchen bis zu 5,17 m


Besonderheiten der Großen Anakonda

Die Große Anakonda ist die schwerste Riesenschlange und am weitesten verbreitete Anakonda-Art der Welt. Die Weibchen sind größer und schwerer als die Männchen. Die Große Anakonda ist eng an Wasser gebunden und bewegt sich darin sehr schnell. An Land bewegt sie sich träge fort.

Die Große Anakonda ist nicht giftig. Bei ihr handelt es sich um eine Wasser- und Würgeschlangen. Sie hört schlecht bis gar nicht, denn sie hat keine Ohren.

Wissenswertes über die Große Anakonda

Detailansicht von links nach rechts: geöffnetes Maul, Schuppenhaut. Foto: Collage © JUNIOR

Mit ihrer gegabelten schmalen Zunge nehmen diese Schuppenkriechtiere Gerüche wahr. Im Maul der Anakonda befinden sich über hundert spitze Zähne, die die Schlange nach hinten klappen kann, damit sie sich nicht selbst verletzt.

Die Riesenschlange kann ihren Unterkiefer aushaken, denn nur so ist es ihr möglich, größere Tiere zu verschlingen. Auch ihr Körper kann sich weit dehnen.

Weitere Anakonda-Arten

Zu den kleineren Anakonda-Arten gehören die Gelbe Anakonda, die Beni-Anakonda und die De Schauensees Anakonda. Alle Arten leben in den Tropen Südamerikas. Eine grobe Unterscheidung findet sich neben der Größe in der Färbung. Die Gelbe Anakonda ist gelbbraun gefärbt und verfügt über viele Flecken. Ihr Kopf setzt sich nicht stark vom Hals ab. Ältere Weibchen dieser Art können über vier Meter lang werden.

Die Beni-Anakonda ist braun bis olivbraun. Der Kopf setzt sich wenig von Hals ab. Die Art verfügt auch über die wenigsten Flecken. Diese sind rund, groß und bilden Ringe in deren Mitte die Grundfarbe zu erkennen ist. Die Beni-Anakonda kann bis zu vier Meter lang werden.

Die De Schauensees Anakonda ist gelblich braun und kann bis zu drei Meter lang werden. Ihr kleiner Kopf ist mit fünf schwarzen Streifen versehen und setzt sich gering vom Hals ab. Auf dem Rücken dieser Art können sich neben unförmigen und unterschiedlich großen Flecken auch unregelmäßige Zickzackmuster bilden.


Gelbe Anakonda. Foto: Panther Media

Nahrung

Nahrungsbeschaffung: Das frisst die Große Anakonda

Jagdtechnik: Tödliche Umarmung

Die Anakonda lauert bewegungslos im Wasser oder am Boden bis sich ein ahnungsloses Opfer in ihre Nähe wagt. Dank ihrer Färbung ist sie für das Beutetier nahezu unsichtbar. Ist das Opfer nahe genug herangekommen, schnellt die Anakonda vor, verbeißt sich in die Beute und umschlingt sie mit ihrem massigen Körper. Anakondas sind keine Gift- sondern Würgeschlangen und töten ihre Opfer, indem sie ihnen Luft und Blutfluss abdrücken, sodass die Beutetiere ersticken oder unter Wasser ertrinken.

Anschließend wird die Beute immer mit dem Kopf voran und am Stück hinunter geschlungen, denn die Riesenschlange kann ihre Beute nicht abbeißen oder kauen. Bis sie im Magen ankommt, kann es bis zu sechs Stunden dauern. Nach einer erfolgreichen Jagd braucht die Schlange für einige Zeit erstmal keine Nahrung mehr. Anakondas können bis zu 500 Tage ohne Essen auskommen. 

Wasserschweine und Schildkröten stehen auf dem Speiseplan der Großen Anakonda. Foto: Panther Media

Beutetiere: Was steht auf dem Speiseplan?

Bei diesen Schuppenkriechtieren heißt es: Je größer die Schlange, desto größer das Beutetier. Kleinere Schlangen fressen vornehmlich Vögel. Die männlichen Anakondas fressen ihr Leben lang Vögel, während die Weibchen, ab einer Körperlänge von drei Meter, lieber größere Beutetiere wie Wasserschweine (Capybaras), Weißwedelhirsche, Kaimane (eine Krokodilart) oder auch kleinere Artgenossen verschlingen. Selbst Schildkröten und Raubkatzen werden nicht verschont.

Lebensform

Zur Lebensform der Großen Anakonda

Große Anakonda auf einem Baumstamm. Foto: Collage © JUNIOR

Die Große Anakonda ist ...

… eine Einzelgängerin, die sich lieber im Wasser als an Land bewegt, weil sie im Wasser einfach schneller ist.
… dank ihrer Tarnfarben nahezu unsichtbar.
nachtaktiv und bewegt sich schlängelnd fort.

Die Große Anakonda kann ...

… sich an Land nicht schnell fortbewegen, weil sie zu massiv ist.
… nicht nur richtig gut schwimmen, sondern auch bis zu 45 Minuten unter Wasser tauchen.
… mit ihrem Körper spüren, ob sich ihr etwas nähert. Die Vibrationen oder Schallimpulse, die zum Beispiel beim Gehen entstehen, werden über den Boden an die Schlange weitergeleitet, so dass sie spüren kann, wenn etwas auf sie zukommt.

Die Große Anakonda hat ...

… eine gegabelte Zunge, mit der sie sich orientiert.

Verhalten: Typisch Große Anakonda

  • Bei Gefahr – und sofern sie nicht fliehen kann, was an Land oft der Fall ist – wickeln sich Anakondas zu einem Ball zusammen. Sie stecken den Kopf in eine Schlinge, die sie mit ihrem Körper bilden und wickeln den Rest darum. Die empfindlichsten Teil der Schlange, nämlich Bauchseite und Kopf, werden auf diese Weise sehr gut geschützt.
  • Um zu wachsen muss sich die Schlange regelmässig häuten, den diese Boas wachsen ihr Leben lang. Bei der Häutung, die bei jungen Schlangen häufiger stattfindet als bei älteren, wird die alte Haut wie eine Folie abgestreift. Unter der alten Haut befindet sich bereits die neue.
 Große Anakonda im Wasser. Foto: Fotolia

Fortpflanzung und Jungtiere

Große Anakonda: Fortpflanzung und Jungtiere

Geschlechtsreife: ab 4 Jahren  
Paarungszeit:
Ende der Trockenzeit  
Tragezeit: 6 - 8 Monate  

Die Große Anakonda wird mit vier Jahren geschlechtsreif. Die Paarungszeit der Anakondas findet meist zum Ende der Trockenzeit statt. Gleich mehrere Männchen werden vom Duftstoff eines Weibchens angelockt. Zwischen den Männchen gibt es keine Rivalitätskämpfe.

Bis zu 13 Männchen verknoten sich bei der Paarung mit einem Weibchen und versuchen es zu begatten. Meist ereignet sich die Paarung im Wasser. Die Phase der Begattung kann einige Wochen dauern, sodass sich das Schlangenknäuel gemeinsam fortbewegen muss.


Eier einer Anakonda. Foto: Panther Media

Während der Paarungs- und Tragezeit fressen die Schlangen nichts. In dieser Zeit können sie stark an Gewicht verlieren. Je nach Anakonda-Art bringt das Weibchen nach sechs bis acht Monaten bis zu 80 Jungtiere zur Welt. Anakonda-Babys schlüpfen nicht aus Eiern, wie es bei vielen Schlangen der Fall ist. Sie werden lebend geboren und wiegen zwischen 200 bis 400 Gramm bei einer Länge von 70 bis 90 Zentimetern. Die jungen Schlangen gehen sofort ihre eigenen Wege.

Lebensraum und Bestand

Bedrohung, Bestand und Lebensraum der Großen Anakonda


Krokodile können jungen Anakondas sehr gefährlich werden. Foto: Panther Media

Die Große Anakonda ist die am weitesten verbreitete Anakonda-Art auf der Welt. Man findet sie östlich der Anden im nördlichen Tiefland Südamerikas. Sie bewohnt wasserreiche Lebensräume in der Nähe von Sümpfen, Seen oder langsam fließenden Flüssen.

Eine ausgewachsene Anakonda hat kaum noch natürliche Feinde zu fürchten. Doch die Jungtiere zählen zu den Beutetieren von Raubkatzen, Kaimanen oder größeren Anakondas. Diese Tiere sind daher vor allem in den ersten Lebensjahren vielen Lebensgefahren ausgesetzt. Die Große Anakonda gilt momentan als "nicht gefährdet". Doch auch ihr Lebensraum ist durch die Abholzung des Regenwaldes bedroht.

Auch der Jaguar gehört zu den natürlichen Feinden der Anakonda-Jungtiere. Foto: Panther Media

Quellen

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Unsere Artikel sind sehr gewissenhaft recherchiert. Die Quellen sind hier angegeben.

http://tierdoku.com/index.php?title=Gro%C3%9Fe_Anakonda#Fortpflanzung
http://www.papiliorama.ch/modules/encyclopedie/detail.asp?ID=2&Language=DE
http://tierdoku.com/index.php?title=Boas
http://de.wikipedia.org/wiki/Anakondas
http://www.tierchenwelt.de/schlangen/576-grosse-anakonda-schlange.html
http://www.anakondas.de/cms/front_content.php?idcat=9
http://www.amazonas.de/amazonas/wissen_anakonda.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Beni-Anakonda
http://de.wikipedia.org/wiki/Gelbe_Anakonda
http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fe_Anakonda

Fotos: Fotolia, Panther Media