• Das auffälligste Merkmal des Eisbären ist seine weiß-gelbliche Fellfärbung. Foto: Panther Media

  • Der Eisbär gehört zu den Großbären und ist das zweitgrößte an Land lebende Raubtier der Welt. Foto: Panther Media.

  • Eisbären sind Raubtiere und ernähren sich hauptsächlich von Fleisch. Foto: Panther Media

  • Erwachsene Eisbären sind in der Regel Einzelgänger. Foto: Panther Media

  • Eine ausgewachsene Eisbärin bekommt etwa alle drei Jahre Junge.  Foto: Panther Media

  • Das Vorkommen der Eisbären ist in der Karte rot markiert. Foto: Fotolia, Bearbeitung durch JUNIOR

Eisbär

Steckbrief

Ordnung: Raubtiere
Familie: Großbären
Art/Gattung: Eisbären / wissenschaftl. Ursus maritimus
Klasse: Säugetiere
Lebensraum: Polargebiet
Lebenserwartung: 25-30  Jahre
Feinde: Mensch
Ernährung: Robben, Walrosse, Fische
Gewicht: je nach Geschlecht 150-800 kg
Größe: je nach Geschlecht 190-340 cm Kopfrumpflänge, bis zu 160 cm Schulterhöhe
Geschwindigkeit: bis zu 40 km/h
Gefährdete Art: ja

Alles Wissenwerte

Merkmale

Merkmale des Eisbären


Detailansicht von links nach rechts: Schnauze mit Zähnen, Kopf. Foto: Collage © JUNIOR

  • gelblich-weiße Fellfärbung
  • lange, kräftige Vorder- und Hinterbeine
  • kleiner Kopf mit runden Ohren an der Oberseite
  • schwarze, kleine und nach vorne gerichtete Augen
  • lange Schnauze mit schwarzer Nase
  • 7-13 cm langer Stummelschwanz
  • 42 Zähne
  • 5 nicht einziehbare schwarze Krallen an jeder Pfote
  • dichtbehaarte Fußsohle

Besondere Merkmale des Eisbären

Der Eisbär ist, nach dem Kodiakbär, das zweitgrößte an Land lebende Raubtier der Erde. Sein auffälligstes Merkmal ist die gelblich-weiße Fellfärbung, mit der er gut an seinen Lebensraum angepasst ist. Der Pelz besteht aus besonders dickem Fell mit einer dichten Unterwolle. Dank einer öligen Schicht, die jedes Haar umfasst, ist das Fell des Eisbären wasserabweisend, was ihn davor schützt auszukühlen.

Männliche und weibliche Eisbären unterscheiden sich durch ihre Größe und ihr Gewicht. Erwachsene Bären erreichen eine Kopfrumpflänge von 240 bis 340 cm und wiegen durchschnittlich 300 bis 500 kg. Ausgewachsene Bärinnen werden 190 bis 250 cm lang und wiegen zwischen 150 und 300 kg.


Detailansicht von links nach rechts: Fußsohle, Vorderpranke mit Krallen. Foto: Collage © JUNIOR

Der Kopf des Eisbären ist kleiner und flacher als der, anderer Bärenarten. Sein Hals ist länger und er hat keinen Muskelberg am Nacken, so wie beispielsweise Braunbären. Wie alle Bären ist auch der Eisbär ein Sohlengänger. Das sind Wirbeltiere, die an Land leben und auf der gesamten Fußsohle bzw. der gesamten Handfläche auftreten. Die paddelförmigen und mit Schwimmhäuten versehenen Pranken ermöglichen es diesen Säugern schneller zu schwimmen und helfen ihnen dabei nicht im Schnee zu versinken. Sie verteilen das Gewicht des Bären gleichmässig, damit die Tiere nicht so leicht auf dem Eis einbrechen. Die dichtbehaarten Fußsohlen schützen den Eisbären vor Kälte und auch davor auf dem Eis auszurutschen.   

Wissenswertes über Eisbären

  • Der lateinische Name des Eisbären lautet "Ursus maritimus" und heißt übersetzt "Seebär". Da diese Bären die meiste Zeit ihres Lebens im und in der Nähe von Wasser bzw. auf dem Packeis verbringen, passt der Name gut zu ihnen.
  • Geruchs- und Hörsinn des Eisbären sind außergewöhnlich gut ausgebildet. Aber mit ihren Augen sehen diese Tiere in etwa so gut wie wir Menschen.
  • Die Haut von ausgewachsenen Eisbären ist schwarz und daher besonders gut geeignet, um Wärme aufzunehmen. Doch geboren werden diese Bären mit einer rosafarbenen Haut.
  • Unter der Haut befindet sich eine fünf bis zehn Zentimeter dicke Fettschicht. Diese bildet einen guten Schutz vor der arktischen Kälte.
  • Das gelblich-weiße Fell dient als Tarnung und kann sogar Wärme erzeugen. Die eigentlich durchsichtigen Haare leiten Sonnenlicht durch Hohlräume in ihrem Inneren an die dunkle Haut weiter, die die Wärme aufnimmt.

Mit seinem weißen Fell ist der Eisbär gut in den Polargebieten getarnt. Foto: Panther Media

Nahrung

Nahrungsbeschaffung: Das fressen Eisbären

Eisbären können Robben aus einer Entfernung von einem Kilometer erschnüffeln. Foto: Panther Media

Jagdverhalten: Gut getarnter Lauerjäger

Eisbären sind Raubtiere. Dank ihres guten Geruchssinns können sie Beutetiere wie Robben in einer Entfernung von über einem Kilometer oder unter einer ein Meter dicken Eisschicht erschnüffeln. Durch ihr helles Fell verschmelzen Eisbären nahezu mit ihrer Umgebung, so dass sie in der Nähe von Robbenluftlöchern lauern können, ohne, dass diese sie erkennen. Oft warten Eisbären stundenlang an den Eislöchern. Aber wenn die Robbe zum Luftholen an die Wasseroberfläche kommt, schnappt der Bär blitzschnell zu. Mit Hilfe seines starken, langen Halses, seines Mauls und seiner kräftigen Pranken zerrt er sein Beutetier aus dem Wasser und erlegt es. Mit dieser Lauerjagd sind Eisbären erfolgreicher als bei der Jagd im offenen Wasser.

Gut genährte Eisbären fressen meist nur die Haut und den Speck ihrer Beute. Davon benötigen sie täglich etwa zwei Kilogramm, um ihre eigenen Fettreserven aufzufüllen. Den Rest lassen sie liegen. Häufig werden die Essensreste der Bären von Polarfüchsen aufgefressen. Wie viel ein Eisbär am Tag frisst, ist bislang noch nicht beobachtet worden. Doch nach einer langen Hungerphase können diese Raubtiere dank ihres überdurchschnittlich großen Magens auf einen Schlag viel fressen. 

Nahrung: Was steht auf dem Speiseplan?

Eisbären ernähren sich hauptsächlich von Fleisch. In der Arktis stehen sie ganz oben an der Nahrungskette. Zu ihren liebsten Beutetieren gehören Robben wie die Ringel-, Bart-, Sattel- und Mützenrobbe. Auch junge oder schwache Walrosse stehen auf dem Speiseplan. Ab und zu fressen Eisbären auch kleine Säugetiere wie Erdhörnchen, Lemminge und Wühlmäuse. Vögel, ihre Eier, Fisch, Gras, Moos und Beeren werden so wenig verschmäht wie Aas.  

Ringelrobben stehen ganz oben auf dem Speiseplan des Eisbären. Foto: Panther Media

Lebensform

Zur Lebensform der Eisbären

Eisbären können bis zu fünf Meter breite Eisspalten überspringen. Foto: Panther Media

Eisbären sind ...

... Einzelgänger. Nur zur Paarungszeit und wenn sie Junge haben, leben sie in kleinen Familien.
... tagaktiv. Die meiste Zeit des Tages verbringen sie schlafend, ruhend oder auf Beute lauernd. Den Rest verbringen sie mit Fressen, Schwimmen oder Wandern.
... gute Taucher, Schwimmer und Wanderer. Auch wenn sie hierbei nicht die Schnellsten in der Tierwelt sind, sind sie doch recht ausdauernd.

Die meisten Kämpfe unter Eisbären sind harmlos. Foto: Panther Media

Eisbären können ...

... dank ihrer dicken Fettschickt stundenlang im Wasser verbringen.
... auf den Hinterbeinen stehen. Dies nützt ihnen vor allem bei den Kämpfen.
... über fünf Meter weit springen

Eisbären haben ...

... Reviere. Doch diese sind unterschiedlich groß und nicht fest. Je größer das Nahrungsangebot, desto größer ist auch das Streifgebiet eines Eisbären. 
... Rituale. Ein solcher Brauch sind die Kampfspiele, das sogenannte "Sparring".
... immer kalte Füße. Grund dafür ist der Wärmeaustausch zwischen dem warmen Blut aus der Körpermitte und dem kalten Blut aus den Füßen. Dieser erfolgt über die Beine. Auf diese Weise verhindert der Eisbär unnötig viel Wärme zu verlieren.
... keine Schweißdrüsen. Deswegen hecheln sie wie Hunde, um sich zu kühlen.

Eisbären sind ausdauernde Schwimmer und Taucher. Foto: Panther Media

Verhalten: Typisch Eisbär!

Typisch für Eisbären sind ihre Gewichtsschwankungen. Im Winter und Frühjahr versuchen die Bären sich die größten Fettreserven zuzulegen, indem sie die Tiere mit dem höchsten Körperfettanteil jagen: Robben. Im Sommer wird es vor allem für die Eisbären schwer, die durch das Schmelzen des Eises auf dem Festland festsitzen. Hier gibt es meist nur noch magere Kost, so dass die Bären sich von Fisch, kleinen Säugetieren, Gras und Beeren ernähren müssen.

Eisbären sind sehr ausdauernd und bewegen sich relativ gemütlich fort. Beim normalen Gehen sind sie etwa 6 km/h schnell. An Land können sie eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 30 km/h erreichen. Allerdings nur für kurze Phasen, denn wenn sie ihre Muskeln zu stark beanspruchen, besteht die Gefahr, dass sie überhitzen.

Eisbären empfinden Temperaturen um den Gefrierpunkt als "kuschelig". Foto: Panther Media

Im Wasser erreichen Eisbären Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 10 km/h. Beim Schwimmen nutzen sie ihre Hintertatzen als Steuerruder, die Vordertatzen als Paddel. Auf diese Weise können sie ohne Unterbrechung ca. 300 km zurücklegen. Es gibt sogar Messungen, die zeigen, dass eine Eisbärin in nur neun Tagen schwimmend eine Strecke von über 680 km am Stück bewältigte. Im Anschluss legte sie noch mal 1800 km schwimmend und über Eisschollen laufend zurück.

Eisbären fühlen sich bei kälteren Temperaturen wohl. In der Arktis steigt das Thermometer im Sommer kaum über 10 Grad, doch das ist den Polarbären schon zu warm. Um sich abzukühlen graben sie sich Erdmulden, suhlen sich im Schnee oder springen ins kalte Wasser.

Anders als andere Bärenarten halten Eisbären keine Winterruhe. Eine Ausnahme bilden trächtige Weibchen, die sich kurz vor der Geburt eine Höhle in den Schnee graben. Dort ruhen sie, bis die Jungen alt genug sind, um die Höhle zu verlassen. In dieser Zeit zehren sie von ihren Fettreserven.

Winterruhe wird meist nur von trächtigen Weibchen gehalten. Foto: Panther Media

Fortpflanzung und Jungtiere

Eisbär: Fortpflanzung und Jungtiere

Eisbären paaren sich meist im Frühjahr. Foto: Panther Media

Geschlechtsreife: mit ca. 4-6 Jahren
Paarungszeit:
Ende März bis Mai
Tragezeit: 3 Monate
Größe der Jungen:
ca. 30 cm (wie ein Kaninchen)
Gewicht der Jungen: 400-900 g
Anzahl der Jungen: 1-3 Jungtiere


In der Paarungszeit kämpfen die Männchen darum, wer sich mit einem Weibchen paaren kann. Dieses ist etwa alle drei Jahre paarungsbereit. Während der Paarungszeit bleiben Bär und Bärin ca. ein bis zwei Wochen zusammen und paaren sich mehrmals. Wie bei allen Bären-Arten nistet sich die befruchtete Eizelle verzögert ein. Dies geschieht erst etwa Mitte September oder Oktober. Trächtig wird das Weibchen aber nur, wenn es im Sommer ausreichend Nahrung finden konnte. Ansonsten bildet sich das befruchtete Ei zurück.

Zwischen November und Dezember graben trächtige Eisbärinnen eine Höhle in den Schnee. Zwischen Februar und März kommen meist ein bis zwei, selten auch drei Junge in diesem Versteck zur Welt.  

Meistens bekommen Eisbären Zwillinge. Foto: Panther Media

Die neugeborenen Eisbärchen sind blind, taub und etwa so groß wie ein Kaninchen. Ihre rosafarbene Haut ist mit einem feinen weißen Flaum bedeckt. In den ersten beiden Monaten ihres Lebens legen die Jungen dank der besonders fetthaltigen Milch ordentlich an Gewicht zu. Dank der besonders fettreichen Milch ihrer Mutter wachsen die Babys schnell und wiegen nach zwei Monaten bereits zehn bis 15 kg. Die Bärin hingegen frisst in dieser Zeit nichts und zehrt von ihren Fettreserven, bis die Kleinen das erste Mal die Höhle verlassen. Dies ist in der Regel im dritten Lebensmonat der Fall.

Die Bärenbabys bleiben etwa zwei Jahre bei ihrer Mutter. In dieser Zeit lernen sie alles, was sie zum Überleben wissen müssen. Im Alter von vier bis sechs Jahren werden die jungen Bären geschlechtsreif. Während Bären meist 20 bis 25 Jahre alt werden, leben Bärinnen zwischen 25 und 30 Jahre.

Eine Eisbärin beim Spielen mit ihrem Jungen. Foto: Panther Media

Lebensraum und Bestand

Bedrohung, Bestand und Lebensraum der Eisbären

Eisbären gelten als "gefährdet". Foto: Panther Media

Eisbären sind am Nordpol zuhause. Die grössten Bestände gibt es derzeit in Kanada. Man findet Eisbären aber auch in Alaska (USA), Grönland, Norwegen und in Teilen Russlands. Am liebsten halten sich diese Bären in Küstennähe und auf dem Packeis auf. Denn hier kommen sie am leichtesten an ihre Beute.

Da der Eisbär ganz oben an der Nahrungskette der in der Arktis lebenden Tiere steht, hat er keine natürlichen Feinde. Dennoch gehört diese Bärenart zu den "gefährdeten Tieren". In erster Linie werden die Tiere durch die Folgen des Klimawandels bedroht. Durch die Erderwärmung schwindet das Eis an den Polen der Erde immer mehr. Eis und Schnee nutzen Robben als Verstecke für sich und ihre Jungen. Wenn es dieses in der Arktis nicht mehr gibt, verschwinden auch die Robben, die die Hauptnahrungsgruppe der Eisbären sind. Da die Zeitspannen, in denen es Eis in der Arktis gibt, immer kürzer werden, haben Eisbären weniger Zeit sich Fettreserven anzufressen.

Der Lebensraum der Eisbären schrumpft zunehmend. Foto: Panther Media

Neben dem Klimawandel werden diese Tiere zunehmend durch die Verschmutzung der Meere und die Industrie bedroht, welche in der Arktis nach Öl und Gas bohrt. Auch der Mensch stellt eine Bedrohung für Polarbären dar. Jährlich werden etwa 700 Tiere aus unterschiedlichen, teils legalen und teils illegalen Gründen getötet. In manchen Verbreitungsgebieten ist es den Ureinwohnern erlaubt eine bestimmte Zahl von Eisbären zur Eigenversorgung zu erlegen. Doch es gibt auch Menschen, die Eisbären ohne Erlaubnis jagen, um ihre Felle für viel Geld zu verkaufen. 

Die meisten Eisbären leben in kanadischen Gebieten. Foto: Panther Media

Quellen

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Unsere Artikel sind sehr gewissenhaft recherchiert. Die Quellen sind hier angegeben.

http://bit.ly/1JW4DFi
http://www.tierchenwelt.de/raubtiere/112-eisbaer.html
http://www.klimakids.org/werden-die-eisbaren-bald-aussterben/
http://www.wwf.at/de/eisbaer/
http://www.planet-wissen.de/natur/polarregionen/arktische_tierwelt/pwieeisbaeren100.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Eisb%C3%A4r
http://www.natur-lexikon.com/Texte/MZ/001/00037-eisbaer/MZ00037-eisbaer.html
http://www.wwf.ch/de/hintergrundwissen/biodiversitaet/arten/portraets/eisbar.cfm
https://assets.wwf.ch/downloads/factsheet_eisbar.pdf

Fotos: Fotolia, Panther Media
Video: https://youtu.be/P_tAIieax9g
Sound: https://youtu.be/qhAHU1hwnj0