• Seinen Namen verdankt das Rote Riesenkänguru seiner rötlichbraunen Fellfärbung. Foto: Panther Media

  • Das Rote Riesenkänguru ist das größte lebende Beuteltier und auch die größte Känguru-Art. Foto: Panther Media.

  • Das Rote Riesenkänguru ist wie alle Kängurus ein reiner Pflanzenfresser. Foto: Panther Media

  • Diese Kängurus sind gesellig aber dennoch meist Einzelgänger. Foto: Panther Media

  • Rote Riesenkängurus sind das ganze Jahr paarungsfähig.  Foto: Panther Media

  • Das Vorkommen der Riesenkängurus ist in der Karte rot markiert. Foto: Fotolia, Bearbeitung durch JUNIOR

Känguru

Steckbrief

Ordnung: Beuteltiere
Familie: Kängurus
Art/Gattung: Rotes Riesenkänguru / wissenschaftl. Macropus rufus
Klasse: Säugetiere
Lebensraum: Australien
Lebenserwartung: ca. 12  Jahre
Feinde: Menschen, Dingos
Ernährung: Pflanzen
Gewicht: je nach Geschlecht 30-80 kg
Größe: je nach Geschlecht 90-180 cm (ohne Schwanz)
Geschwindigkeit: bis zu 80 km/h
Gefährdete Art: nein

Alles Wissenwerte

Merkmale

Merkmale des Roten Riesenkängurus


Detailansicht von links nach rechts: Kopf mit Ohren, Schwanz. Foto: Collage © JUNIOR

  • langgestreckte Schnauze
  • nach vorne gerichtete Augen
  • lange Ohren
  • muskulöse und lange Hinterbeine mit drei Zehen
  • kurze Vorderbeine mit fünf kurzen Fingern und langen Krallen
  • kräftiger, langer Schwanz (70-120 cm)
  • kurzes, raues Fell 

Detailansicht von links nach rechts: Beutel, Fell. Foto: Collage © JUNIOR

Besondere Merkmale des Roten Riesenkängurus

Das Rote Riesenkänguru ist das größte lebende Beuteltier und auch die größte Känguru-Art. Männchen sind deutliche grösser und schwerer als Weibchen und unterscheiden sich meist auch in der Fellfärbung. Diese ist bei den männlichen Riesenkängurus rotbraun, bei den weiblichen blaugrau. Die rötliche Färbung der Männchen entsteht durch Absonderungen aus ihren Hautdrüsen. Mit den Vorderpfoten verteilen die Tiere dieses Sekret auf ihren ganzen Körper. Auf diese Weise versuchen Männchen den Weibchen zu gefallen. Weibliche Kängurus haben einen Beutel, indem sie ihre Jungen austragen. In diesem Beutel befinden sich vier Zitzen, die die Babys ernähren.

Detailansicht von links nach rechts: Vorderpfoten, Hinterbeine. Foto: Collage © JUNIOR

Weitere Riesenkänguru-Arten:

Das Rote Riesenkänguru ist eng mit dem Grauen Riesenkänguru und dem Bergkänguru verwandt. Das Graue Riesenkänguru ist die zweitgrößte Art, denn sie erreicht eine Kopfrumpflänge von 80 bis 140 cm sowie einen bis zu 100 cm langen Schwanz. Es wiegt ebenfalls bis zu 55 kg. Ihrem grauen bis bräunlichen Fell verdanken diese Beuteltiere ihrem Namen.

Das Graue Riesenkänguru ist die zweitgrößte Känguru-Art. Foto: Panther Media

Auch Bergkängurus (Wallaroos) gehören zu den größeren Känguru-Arten. Sie erreichen eine Kopfrumpflänge von bis zu 140 cm, wobei der Schwanz nochmal halb so lang wie das Beuteltier groß ist. Diese Art verfügt über ein dichtes, langes Fell, das rotbraun bis schwarz gefärbt sein kann. Diese Kängeru-Art ist der nächste Verwandte des Roten Riesenkängurus und nicht, wie man glauben möchte, das Graue Riesenkänguru.

Wissenswertes über Rote Riesenkängurus

  • Der kräftige Schwanz der Roten Riesenkängurus kann das ganze Körpergewicht tragen. Er dient als Stütze und hilft die Balance bei weiten Sprüngen zu behalten.
  • Als Beuteltier trägt das Roten Riesenkänguru seine Jungen in einem Beutel. Hier wachsen sie auch heran.
  • Die Bezeichnung "Känguru" ist auf ein Missverständnis zwischen James Cook und den australischen Ureinwohnern, den Aborigines, im Jahr 1770 zurückzuführen. Als der britische Seefahrer ein Känguru sah und die Einheimischen fragte, was dies für ein Tier sei, antworteten die Aborigines mit "Känguru", was übersetzt so viel heißt wie "Ich verstehe nicht."
  • Umso schneller Kängurus hüpfen, umso weniger Energie verbrauchen sie. Das haben sie den elastischen Bändern in ihren Hinterbeinen zu verdanken. Es spannt sich, wenn das Säugetier auf den Boden aufkommt und schnellt wie einer Sprungfeder zurück, so dass das Känguru weiter katapultiert wird.

Wallabys sind die nächsten Verwandten des Roten Riesenkängurus. Foto: Panther Media

Nahrung

Nahrungsbeschaffung: Das fressen Rote Riesenkängurus

Wenn es reichlich zu fressen gibt, herrscht zwischen den Kängurus kein Konkurrenzverhalten. Foto: Panther Media

Wie alle Kängurus gehört auch das Rote Riesenkänguru zu den Pflanzenfressern. Es ist zur Nahrungsaufnahme vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung sowie in der Nacht unterwegs. Zum Grasen bewegt sich das Känguru nur langsam fort. Dazu benutzt es die kurzen Vorderbeine und ist auf allen Vieren in gebückter Stellung unterwegs. Die Pflanzenkost ist schwer verdaulich. Daher besitzen sie einen mehrteiliger Magen - ähnlich wie bei unseren Wiederkäuern, zum Beispiel den Kühen.

Nahrung: Was steht auf dem Speiseplan?

Das Känguru nimmt ausschliesslich pflanzliche Nahrung wie Gräser, Kräuter, Blätter, Samen und Rinde zu sich. Es trinkt sehr wenig und kann auch ein paar Tage ganz ohne Wasser auskommen. Der Flüssigkeitsbedarf wird fast nur über die Nahrung aufgenommen.

Riesenkängurus müssen nicht häufig trinken. Foto: Panther Media

Lebensform

Zur Lebensform der Roten Riesenkängurus

Diese Beuteltiere sind sehr gesellig. Foto: Panther Media

Rote Riesenkängurus sind ...

...  gesellig. Manche leben in Gruppen mit bis zu zehn Tieren zusammen. Diese Gruppen bestehen aus mehreren Weibchen, ihren Jungen und einem Männchen.
... dämmerungs- und nachtaktiv.

Rote Riesenkängurus können ...

... bis zu 80 km/h schnell werden.
... über 3 m hoch und 9 m weit springen. Diese Sprungweite und –höhe nutzen sie aber nur auf der Flucht. In der Regel bewegen sie sich mit einer Geschwindigkeit von 12 km/h fort. Ihre Sprünge liegen normalerweise bei einer Weite von 2 bis 5 m und einer Höhe von 1,50 m.
... ihren kräftigen Schwanz als Stütze benutzen. Häufig nutzen sie ihn als Standbein, wenn sie einen Gegner mit den Hinterbeinen treten.

Riesenkängurus können bis zu 9 m weit springen, wenn sie auf der Flucht sind. Foto: Panther Media

Rote Riesenkängurus haben ...

... ein etwa 300 km2 großes Gebiet, dass sie durchstreifen.
... kein Revierverhalten. Stoßen mal andere Artgenossen zum Futterplatz, wird dieser nur verteidigt, wenn das Nahrungsangebot knapp ist. Ansonsten können sich an einem Ort mit reichlich Futter bis zu 1500 Kängurus versammeln.

Verhalten: Typisch Rotes Riesenkänguru!

Diese Beuteltiere verbringen sechs bis zehn Stunden mit Fressen. Während des Tages sieht man sie häufig im Schatten ruhen, denn die Tageshitze mögen Kängurus nicht. 

Rote Riesenkängurus sind die Boxer unter den Tieren. Boxkämpfe zwischen Männchen sind vor allem während der Paarungszeit zu beobachten. Dabei versuchen die Tiere einander mit Bissen, Boxhieben und kräftigen Tritten zu vertreiben. Das Riesenkänguru kann sich aber auch gegen anderen Tiere zur Wehr setzen. Neben gezielten Tritten mit den Hinterbeinen, trommeln diese Kängurus auch mit den Vorderpfoten auf ihre Gegner ein.

In der Paarungszeiten kämpfen die Männchen gegeneinander. Foto: Panther Media

Fortpflanzung und Jungtiere

Rotes Riesenkänguru: Fortpflanzung und Jungtiere

Eine Riesenkänguru-Mutter mit ihrem Jungen. Foto: Panther Media

Geschlechtsreife: mit 15-24 Monaten
Paarungszeit:
ganzjährig
Tragezeit: 33 Tage
Beutel-Tragezeit: bis zu 8 Monaten
Größe der Jungen:
2,5 cm
Gewicht der Jungen: 0,8 g
Anzahl der Jungen: in der Regel eins, manchmal auch zwei


Ob ein Riesenkänguru-Weibchen trächtig wird, hängt in der Regel vom Nahrungsangebot ab: Ist reichlich Nahrung vorhanden, gebiert das Weibchen nach nur etwa einem Monat ein Jungtier. Bei frischgeborenen Kängurubabys sind nur der Kopf und die Vordergliedmaßen entwickelt. Von seinem Geruchssinn geleitet krabbelt das Jungtier vom Geburtskanal hinauf in den Beutel der Mutter und saugt sich an einer der vier Zitzen fest.

Bereits zwei Tage nach der Geburt kann sich das Muttertier wieder paaren. Das nächste Baby entwickelt sich bis zu einer Größe von ca. 85 Zellen und ruht dann. Es wächst erst weiter, sobald das Jungtier im Beutel, diesen endgültig verlassen hat oder frühzeitig stirbt. So kann es vorkommen, dass ein Weibchen gleich drei Junge versorgt: eins im Mutterleib, eins im Beutel und das dritte wird außerhalb des Beutels umsorgt.

Das Junge wird meist bis zum Alter von einem Jahr gesäugt. Foto: Panther Media

Nach etwa 70 Tagen lässt das Baby die Zitze im Beutel erstmals los. Das Köpfchen steckt es erst im Alter von 150 Tagen aus dem Beutel heraus. Vierzig Tage später trauen sie sich zum ersten Mal komplett aus dem Beutel heraus und ca. 240 Tagen sind sie dem Beutel entwachsen. Dennoch werden sie weiterhin gesäugt. Dazu steckt das Jungtier seinen Kopf einfach in Mamas Beutel. Entwöhnt ist das kleine Riesenkänguru etwa im Alter von einem Jahr. Bereits mit 15 bis 24 Monaten ist das junge Beuteltier selbstständig und selbst paarungsbereit. In der Wildnis erreichen Rote Riesenkängurus meist ein Alter von zehn bis zwölf Jahren. In Gefangenschaft können diese Tiere aber auch bis zu 24 Jahre alt werden.

Mit etwa drei Monaten verlässt das Babykänguru erstmals den Beutel. Foto: Panther Media

Lebensraum und Bestand

Bedrohung, Bestand und Lebensraum der Riesenkängurus

Das Rote Riesenkänguru gilt nicht als "gefährdet". Foto: Panther Media

Das Rote Riesenkänguru ist fast in ganz Australien verbreitet. Es bewohnt am liebsten trockene und halbtrockene Gebiete wie Halbwüsten, Steppen oder Buschländern. Teils findet man es aber auch in Küstennähe.

Ausgewachsene Riesenkängurus haben fast keine natürlichen Feinde. Jungtiere oder kranke Kängurus werden manchmal von Dingos, den australischen Wildhunden, gerissen. Mancherorts werden die Beuteltiere aber von Bauern verfolgt und getötet, weil sie meinen, dass Kängurus ihren Schafen und Rindern die Nahrung wegfressen. Dabei fressen Kängurus gar nicht dieselben Pflanzen wie das Vieh. Früher wurden Riesenkängurus auch viel wegen ihres Fells gejagt. Doch das kommt heute kam noch vor, so dass die Bestände dieser Beuteltiere "nicht gefährdet" sind.

Das Graue Riesenkänguru lebt in Südaustralien und auch auf den Känguru-Inseln. Es ist gut an das Leben in Wäldern und auf dem Grasland angepasst. Auch wenn diese Beuteltiere früher wegen ihres Felles und Fleisches viel gejagt wurden, gehören sie nicht zu den bedrohten Tierarten.

Das Bergkänguru lebt gerne in trockenen Gebieten und ist in ganz Australien verbreitet. Es versteckt sich in Höhlen oder Felsspalten und gilt derzeit nicht als "gefährdet".

Dingos sind eine Gefahr für junge und kranke Kängurus. Foto: Panther Media

Quellen

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Unsere Artikel sind sehr gewissenhaft recherchiert. Die Quellen sind hier angegeben.

http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%A4ngurus
http://www.kindernetz.de/oli/tierlexikon/-/id=74994/nid=74994/did=82856/edwe5z/
http://www.zoobasel.ch/de/tiere/tiere/saeugetiere_tierbeschreibung.php?TiereID=86
http://de.wikipedia.org/wiki/Bergk%C3%A4ngurus
http://de.wikipedia.org/wiki/Graue_Riesenk%C3%A4ngurus
http://www.tierlexikon.ch/index.php/tierlexikon/article/746
http://www.tierenzyklopaedie.de/tiere/kanguruhr.html

Fotos: Fotolia, Panther Media
Video: https://www.youtube.com/watch?v=LDA8uhWfRhc
Sound: https://youtu.be/Gf-SAelGQqs