• Alligatoren und Gaviale sind mit dem Nilkrokodil verwandt. Foto: Panther Media

  • Das Nilkrokodil ist das größte in Afrika lebende Krokodil. Foto: Panther Media.

  • Ein Nilkrokodil hat einen dicken Fisch erbeutet. Foto: Panther Media

  • Das offenen Maul nutzen Nilkrokodile wie wir eine Klimaanlage. Foto: Panther Media

  • Die ersten Monate bleiben die Nilkrokodilbabys in der Nähe ihrer Mutter.  Foto: Panther Media

  • Das Vorkommen der Nilkrokodile ist in der Karte rot markiert. Foto: Fotolia, Bearbeitung durch JUNIOR

Krokodil (Nilkrokodil)

Steckbrief

Ordnung: Krokodile
Familie: Echte Krokodile
Art/Gattung: Nilkrokodil / wissenschaftl. Crocodylus niloticus
Klasse: Reptilien
Lebensraum: Afrika, Madagaskar
Lebenserwartung: 60-80 Jahre
Feinde: Artgenossen, Warane, Mungos, Paviane, Storche
Ernährung: Säugetiere, Vögel, Reptilien, Fische, Aas
Gewicht: bis zu 1000 kg
Größe: 2,8-6,5 m
Geschwindigkeit: bis zu 17 km/h an Land, 32 km/h im Wasser
Gefährdete Art: nein

Alles Wissenwerte

Merkmale

Merkmale des Nilkrokodils


Detailansicht von links nach rechts: geöffnetes Maul mit Zähnen, Kopf. Foto: Collage © JUNIOR

  • massiger Körperbau
  • ca. 2 m lange Schnauze mit sichtbaren, spitz zulaufenden Zähnen
  • olivfarbener Panzer
  • porzellanfarbene Bauchseite
  • kräftiger, abgeflachter Ruderschwanz mit Zackenkranz, er macht etwa die Hälfte der Gesamtgröße aus
  • kurze, seitlich liegende Beine
  • pro Fuß vier Zehen mit Schwimmhäuten

Detailansicht von links nach rechts: Vorderbein mit Schwimmhäuten, Auge. Foto: Collage © JUNIOR

Besondere Merkmale des Nilkrokodils

Dieses Reptil ist dank seiner beachtlichen Größe von bis zu 6,5 m das größte in Afrika lebende Krokodil. In der Regel werden die Weibchen 2,8 m lang, während Männchen eine durchschnittliche Größe von über 3,2 m erreichen. Einzelne Tiere sind sogar schon über sechs Meter lang geworden! Nilkrokodile bringen ein Gewicht von bis zu 1000 kg auf die Waage. Äußerlich unterscheiden sich männliche und weibliche Tiere nur durch Größe und Gewicht, denn Weibchen sind kleiner und leichter als Männchen.

Detailansicht von links nach rechts: Hinterbein mit Krallen, Schuppenpanzer. Foto: Collage © JUNIOR

Weitere Krokodilarten: Alligatoren und Gaviale

Alligatoren und Gaviale gehören ebenfalls zur Familie der Krokodile und sind damit mit dem Nilkrokodil verwandt. Alligatoren verfügen über einen sehr langsamen Stoffwechsel. Sie führen eine ruhige Lebensweise, weswegen sie fast doppelt so alt wie Nilkrokodile werden können. Alligatoren erreichen eine Größe von 2,2 bis maximal 6 Metern, ein Gewicht von bis zu 454 kg und sind erst zwischen dem zehnten und zwanzigsten Lebensjahr geschlechtsreif. Anders als beim Nilkrokodil sind die Zähne im Unterkiefer des Alligators etwas nach innen gerichtet, so dass nur die oberen Zähne beim geschlossenen Maul zu sehen sind.

Beim Alligator sieht man nur die oberen Zähne, wenn das Maul geschlossen ist. Foto: Panther Media

Die einzige, noch lebende Gavialart ist der Gangesgavial. Äußerlich unterscheidet sich diese Art stark von den anderen Krokodilarten. Gaviale können eine Größe von 350 bis 450 cm erreichen, sowie ein Gewicht von 160 bis 190 kg. Sie heben sich insbesondere durch ihre schmale Schnauze ab, die, je älter diese Reptilien werden immer dicker und kürzer wird. Bei den ausgewachsenen Männchen befindet sich auf der Nasenspitze eine knollenartige Verdickung. Gangesgaviale werden zwischen ihrem achten und 15. Lebensjahr geschlechtsreif und haben eine Lebenserwartung von über 50 Jahren.

Durch seine schmale Schnauze ünterscheidet sich der Gangesgavial stark vom Nilkrokodil. Foto: Panther Media

Wissenswertes über Nilkrokodile

  • Die panzerartige Haut dieser Krokodile besteht aus verknöcherten Hornplatten. Deswegen werden sie auch häufig "Panzerechsen" genannt.
  • Ganz oben, am Ende der Schnauze befinden sich die verschließbaren Nasenlöcher des Nilkrokodils. Die Augen liegen an der Oberseite des Kopfes und sind mit einer sogenannten Nickhaut versehen, die die Augen beim Tauchen schützt und es den Nilkrokodilen ermöglicht auch unter Wasser sehr gut zu sehen.
  • Beim Tauchen drücken Krokodile ihre Zunge gegen den Gaumen, damit kein Wasser in die Luft- und Speiseröhre gelangen kann.
  • Die etwa 60 scharfen Zähne des Krokodils sind selbst bei geschlossenem Maul alle zu sehen. Der Kiefer ist sehr stark, so dass ausgewachsene Krokodile selbst große Säugetiere wie Zebras reißen können.

Im Maul des Nilkrokodils befinden sich etwa 60 Zähne. Foto: Panther Media

Nahrung

Nahrungsbeschaffung: Das fressen Nilkrokodile

Bei der Flussüberquerung sind Zebras und Gnus leichte Opfer. Foto: Panther Media

Jagdmethode: Gut getarnt, blitzschnell zugeschlagen

Junge Nilkrokodile jagen an Land. Doch wenn sie älter sind, jagen sie im Wasser oder zumindest in der Nähe davon. Krokodile sind clevere Jäger: Sie warten bis ein Beutetier zu ihnen ans Wasser kommt, um zu trinken. Beim Schwimmen ragen nur die Nasenspitze, die Augen und das Gehör des Krokodils aus dem Wasser, so dass es schwer zu erkennen ist. Stundenlang können Nilkrokodile so im Wasser verharren.

Wenn ein ahnungsloses Opfer den Kopf zum Trinken runterbeugt, schwimmt oder taucht das Nilkrokodil lautlos an es heran und schnellt blitzschnell aus dem Wasser heraus. Mit seinem kräftigen Gebiss packt und zieht es seine Beute ins Wasser, um es zu ertränken. Mit seinen zahlreichen Zähnen kann ein Krokodil sein Opfer nicht kauen. Um es in mundgerechte Stücke zu zerlegen, benutzen es die sogenannte "Todesrolle". Bei dieser Technik verbeisst sich das Krokodil fest in sein Opfer und dreht sich damit schnell um seine eigene Achse. Die dabei rausgerissenen Fleischbrocken schlingt das Reptil ohne zu kauen runter. Nach einer erfolgreichen Jagd brauchen Krokodile länger nichts zu fressen. Um die Verdauung zu unterstützen, schlucken Nilkrokodile Steine. 

Dank ihrer flachen Körperform sind Nilkrokodile im Wasser fast unsichtbar. Foto: Panther Media

Beutetiere: Was steht auf dem Speiseplan?

Gefressen wird alles, was Nilkrokodile überwältigen können. Während junge Krokodile mit kleineren Beutetieren wie Insekten, Krabben, Fröschen und Würmern anfangen und diese vorwiegend an Land erbeuten, wagen sich ausgewachsene Nilkrokodile auch an größere Säugetiere wie Antilopen, Gnus oder Zebras heran. Vorwiegend ernähren sich Nilkrokodile jedoch von Fischen und Vögeln. Auch Aas wird nicht verschmäht. 

Antilopen zählen zu den Beutetieren der Nilkrokodile. Foto: Panther Media

Lebensform

Zur Lebensform der Nilkrokodile

Tagsüber faulenzen Nilkrokodile gerne in der Sonne. Foto: Panther Media

Nilkrokodile sind ...

... gute Schwimmer und Taucher.
... wie alle Krokodile, dämmerungs- und nachtaktiv.
... Sonnenanbeter. Meist sonnen sie sich in den Morgen- und Abendstunden. Nur während der Mittagshitze funktioniert das Kühlsystem der Nilkrokodile nicht. Deswegen ziehen sie sich in den Schatten zurück oder nehmen ein Bad.

Das geöffnete Maul funktioniert wie eine Klimaanlage. Foto: Panther Media

Nilkrokodile können ...

... erstaunlich schnell an Land laufen: Auf kurzen Strecken können sie eine Geschwindigkeit von bis zu 17 km/h erreichen. Unter Wasser sind die Tiere mit 32 km/h fast doppelt so schnell wie an Land!
... ihre Körpertemperatur regeln, indem sie ihr Maul sperrangelweit aufreißen und am Ufer in der Sonne liegen. Sobald ihre Körpertemperatur über 25 °C steigt, öffnen sie ihr Maul, damit die Flüssigkeit aus ihren Mundschleimhäuten verdunsten kann. Auf diese Weise verschaffen sie sich Abkühlung, denn schwitzen können Reptilien nicht.

Nilkrokodile haben ...

... eine Rangordnung und einen Anführer. Dieser sagt nicht nur, wo es lang geht, sondern er beansprucht auch alle paarungsfähigen Weibchen für sich. In den Lebensgemeinschaften gibt es zwar noch andere Männchen, aber diese werden nur solange geduldet, wie sie sich an die Regeln des ranghöchsten Nilkrokodils halten und sich von den Weibchen fernhalten.
... Reviere. Männliche Krokodile bilden Reviere, die aus bestimmten Uferabschnitten bestehen und die sie gegen andere Männchen oder Eindringlinge verteidigen, wenn sie bei ihren regelmäßigen Kontrollen auf welche stoßen. Manchmal kommt es zu heftigen Kämpfen bei denen die Männchen durchaus schwer verletzt werden.

Zwei Nilkrokodile beim Kampf. Foto: Panther Media

... Rangkämpfe. Ab und zu wird das Oberkrokodil von einem jüngeren Männchen herausgefordert. Doch solange das führende Männchen im Kampf nicht unterliegt, ist ihm seine Stellung an der Spitze der Gruppe garantiert.    
... eine schnelle Selbstheilung entwickelt. Oft verletzen sich Krokodile schwer, wenn sie miteinander kämpfen. Dank antibakterieller Eigenschaften in ihrem Blut, vermeiden sie Entzündungen, die meist tödlich enden.
... eine Putzkraft. Sie lassen kleine Watvögel (Krokodilwächter) die Parasiten in ihrem Maul rauspicken.

Manche Vögel befreien Nilkrokodile von lästigen Parasiten. Foto: Panther Media

Verhalten: Typisch Nilkrokodile!

In den Lebensräumen, in denen die Flüsse nicht austrocknen, sind Nilkrokodile das ganze Jahr über aktiv. Doch Nilkrokodile, die in Gewässern leben, welche während der Trockenzeit austrocknen, sind nicht nur kleiner, sondern sie haben auch noch eine spezielle Technik entwickelt der Hitze und Trockenheit zu entkommen: Sie buddeln sich in neun bis 12 Meter lange Erdhöhlen ein, die über einige Luftlöcher verfügen. Während der Trockenzeit können bis zu 15 Tiere in einer solchen Kammer verharren und monatelang überleben.

Nilkrokodile haben eine feste Rangordnung und werden von einem starken Männchen angeführt. Foto: Panther Media

Fortpflanzung und Jungtiere

Nilkrokodile: Fortpflanzung und Jungtiere

Nilkrokodile bei der Paarung. Foto: Panther Media

Geschlechtsreife: ca. mit 8-10 Jahren
Paarungszeit:
zu unterschiedlichen Zeiten
Tragezeit: ca. 150 Tage
Brutzeit: ca. 84-89 Tage
Gewicht der Eier:
85-125 g
Anzahl der Eier: 40-80 Eier


Im Revier eines starken Männchens befinden sich viele weibliche Nilkrokodile, die alle von diesem einen Männchen befruchtet werden. Wenn das Männchen in der Paarungszeit auf ein Weibchen trifft, hebt es seinen Kopf und Schwanz und gibt ein Brüllen von sich. Dann schwimmt es auf das Weibchen zu. Hebt dieses ebenfalls den Kopf und brüllt, kann sich das Männchen mit ihm paaren. Dazu steigt es von der Seite auf den Rücken und begattet es. Die Paarung findet meist unter Wasser statt.

Über froschähnliche Laute verkünden die kleinen Nilkrokodile, dass sie schlüpfen wollen. Foto: Panther Media

Nach der Tragezeit gräbt das Nilkrokodil-Weibchen etwa fünf bis zehn Meter vom Wasser entfernt, eine 35 bis 40 Zentimeter tiefe Mulde, in die sie ihre Eier ablegt. Der Brutplatz eines Weibchens ist immer derselbe. Dieser wird sogar vor anderen Weibchen verteidigt. Nach der Eiablage bedeckt das Weibchen die weißen hartschaligen Eier mit Sand und errichtet darauf einen Nisthügel, der aus Pflanzenresten besteht. Die nächsten 84 bis 89 Tage bewacht das Weibchen das Nest, um es vor Nesträubern wie dem Nilwaran zu schützen. Denn diesem fällt fast die Hälfte des Geleges zum Opfer.

Nach fast drei Monaten kündigen die Jungen durch froschartige Laute an, dass sie bereit zum Schlüpfen sind. Die kleinen scheinen sich über diese Laute darüber zu verständigen, dass sie gemeinsam schlüpfen. Dann gräbt die Nilkrokodil-Mutter das Nest aus und trägt ihre Babys im Maul ins Wasser. Die Kleinen sind nach dem Schlupf hell-oliv gefärbt und dunkel gefleckt. Die ersten Monate verbringen sie noch in der Nähe ihrer Mutter, die sie vor Feinden und Gefahren zu schützen weiß. Die Nacht verbringen die Krokodilbabys anfangs auf dem Rücken ihrer Mutter. Danach verstreuen sie sich. Doch gerade in dieser Zeit werden sie auch von größeren Artgenossen gefressen. Über die Hälfte der Brut überlebt die ersten Lebenswochen nicht.

Der Nilwaran stibitzt gerne das ein oder andere Nilkrokodil-Ei. Foto: Panther Media

Lebensraum und Bestand

Bedrohung, Bestand und Lebensraum der Nilkrokodile

Nilkrokodile gelten als nicht mehr als "gefährdet". Foto: Panther Media

Nilkrokodile leben im Süßwasser und im Brackwasser von Seen und Flüssen in fast ganz Afrika. Einige Exemplare dieser Art gibt es auch auf der Insel Madagaskar. Im zentralafrikanischen Sumpfland sind ebenfalls einige Nilkrokodile beheimatet.

Zu den natürlichen Feinden der Jungtiere gehören Nilwarane, Storche, Mungos, größere Fische, Hyänen, Schlangen und größere Artgenossen. Ausgewachsene Nilkrokodile haben eigentlich nichts zu fürchten, außer vielleicht das Flusspferd. Ein einzelnes Krokodil hat gegen dieses Schwergewicht keine Chance. Doch wenn es zu einem Kampf zwischen Flusspferd und Nilkrokodil kommt, eilen meist andere Krokodile ihrem Artgenossen zur Hilfe.

Der Gangesgavial gehört zu den "gefährdeten Arten". Foto: Panther Media

Früher wurden Nilkrokodile stark bejagt, um aus ihrer Haut Produkten wie Krokodilleder-Handtaschen, -Gürtel und -Schuhen zu verarbeiten. Doch seit den 1980er Jahren ist die Jagd verboten und man züchtet sich das begehrte Krokodilleder auf Krokodilfarmen, so dass die natürlichen Bestände sich erholen konnten. Mittlerweile sind Nilkrokodile nicht mehr bedroht.

Auch die in Amerika und China lebenden Alligatoren jagte man früher, um an das beliebte Krokodilleder zu gelangen. Heute stehen diese Amphibien unter Schutz, sodass sich die Bestände allmählich wieder erholen. Anders verhält es sich bei den in Indien und Nepal verbreiteten Gangesgavialen, denn sie gelten als "stark gefährdet".

Flusspferde können ausgewachsenen Nilkrokodilen gefährlich werden. Foto: Panther Media

Quellen

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Unsere Artikel sind sehr gewissenhaft recherchiert. Die Quellen sind hier angegeben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Schabrackenhy%C3%A4ne
http://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCpfelhy%C3%A4ne#Ern.C3.A4hrung_und_Nahrungskonkurrenten
http://de.wikipedia.org/wiki/Hy%C3%A4ne

Fotos: Fotolia, Panther Media
Video über die Brutpflege von Nilkrokodile: https://youtu.be/etbjkaUSGBI
Sound: https://youtu.be/bBarTWk7YFQ